Der Lykische Weg

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Teil 1: Von Fethiye nach Patara (8 Tage)

Als Prolog zum Lykischen Weg beginnen wir unser Trekking direkt in Fethiye, steigen zur Festungsruine hinauf und gehen schon bald auf einer alten Pflasterstraße durch schönen Kiefernwald über einen Höhenrücken nach Kayaköyü. Die Geisterstadt wurde 1922 nach dem türkischen Befreiungskrieg komplett von der griechischen Bevölkerung verlassen - absolut sehenswert. Direkt über der Ruinenstadt beginnt ein schöner Pfad, der uns zu einem Felssattel hoch über dem Meer bringt. Mit Blicken auf die Lagune von Olüdeniz steigen wir nun ab und übernachten auf einem der zahlreichen Zeltplätze des Urlaubsortes. Eine kurze Dolmusfahrt bringt uns am nächsten Morgen zum Start des Lykischen Weges bei Hisarönü. Hoch über der Küste geht es am Fuß der bis zu 2000 m hohen Berge nach Faralya, wo wir in einer einfachen Pension übernachten. Nach einem Kletterausflug hinab in das "Schmetterlingstal" setzen wir unseren Weg fort und erreichen am Nachmittag Kabak über der wunderbaren, wenig besuchten Badebucht. Meist in Sichtweite der weitgehend unberührten Küste geht es weiter nach Süden. An der Wegegabelung an einer osmanischen Zisterne entscheiden wir uns für die Variante durch das Binnenland. Höhepunkt sind hier die in der Landschaft verstreuten Steinsarkophage von Sidyma. Bei Gavuragili erreichen wir wieder die Küste und erkunden die nahegelegene alte Festung von Pydnai. Bei trübem Wetter durchqueren wir eine flache Ebene zu den Ruinen von Letoon. Von hier ist es nicht sehr weit in die unattraktive Kleinstadt Kinik, die trotz der vielbesuchten Ausgrabungsstätte von Xanthos kaum auf Übernachtungsgäste eingestellt ist. Nach dem Besuch der ausgedehnten Ruinen der antiken Stadt und einigen Kilometern entlang einer Straße wird der Weg wieder interessanter. Wir folgen der alten Wasserleitung, die einst Xanthos versorgte, und erreichen die heute noch kräftig sprudelnden, gefassten Quellen. Nach einer weiteren ruhigen Nacht im Zelt auf einem Plateau mit Aussicht auf die Küstenebene geht es auf abwechslungsreichen Wegen nach Patara. Unterwegs passieren wir das interessante Aquädukt von Delikkemer, eine technische Meisterleistung des Altertums. In Patara bietet sich in einer der zahlreichen Pensionen ein Ruhetag an. Die nahen Ausgrabungen laden zur ausgiebigen Erkundung ein und der kilometerlange, ruhige Sandstrand zählt zu den schönsten an der lykischen Küste.       

Teil 2: Von Patara nach Kas (5 Tage)

Von Patara folgen wir dem Küstenweg wieder zum Aquädukt von Delikkemer. Von hier bahnen wir uns einen nicht im Wanderbuch (1.Ausgabe 2002) beschriebenen Weg entlang der Küste zunächst mit leichter Felskraxelei und dann auf verwachsenem Pfad nach Kalkan. Der nette Touristenort ist ein guter Übernachtungsstopp mit vielen kleinen Unterkünften und Restaurants. Den Weg am nächsten Morgen hinauf zur Zisterne sollte man per Dolmus bewältigen und nicht wie wir in ermüdendem Marsch an der Straße. Dann steigen wir auf schönem Pfad mit herrlichen Meerblicken zur fruchtbaren Ebene von Bezirgan hinauf. Hier spazieren wir durch Obsthaine und beobachten die Schafschur. Dann folgt noch ein Straßenabschnitt bis kurz vor Sidek. Wir finden einen tollen Zeltplatz in den Felsen oberhalb des Ortes. Weiter geht es auf einsamen Pfaden in das Hochtal von Gökceören, an dessen Ende ein Wäldchen zum Zelten einlädt. Der Weg nach Phellos gleicht im Frühsommer einem Botanischen Garten und nach einem steilen Anstieg erreicht man die auf einem Bergrücken gelegenen antiken Ruinen. Nahe der beeindruckenden Gräber schlagen wir wieder das Zelt auf und stöbern im Nachmittagslicht durch die faszinierende Überreste der alten Kultur. Ein kurzer Abstieg bringt uns ins kleine Dorf Cükürbag und von dort wandern wir durch Acker- und Weidelandschaft an eine Abbruchkante. Tief unter uns liegt plötzlich das Städtchen Kas an einer Meeresbucht. Auf steilem Steig geht es hinab in den beliebten Ferienort, der sich trotz der zahlreichen Urlauber seinen Charme erhalten hat.

Teil 3: Von Kas nach Demre (2 Tage)

Kurz vor Schluss unserer ersten Reise "schummeln" wir dann doch noch etwas. Von Kas aus schließen wir uns einer Bootstour nach Simena an. Gemütlich mit Badestopp und mit ganz neuen Perspektiven auf die wilde Küste tuckern wir in wenigen Stunden eine Strecke, für die wir zu Fuß mindestens zwei Tage gebraucht hätten. An der Küste der Insel Kekova sehen wir die Reste einer teilweise im Meer versunkenen antiken Siedlung im klaren Wasser. Dann erreichen wir das fest in der Hand der Ausflugstouristen befindliche Bilderbuchdorf Simena, das von einer Festungsruine überragt wird. Wir besichtigen den Ort und schultern unsere Rucksäcke, während die Mitreisenden der Bootstour nach Kas zurückkehren. Für uns geht es nun noch eineinhalb Tage zum großen Teil entlang der malerischen Küste nach Myra. Unterwegs kommen wir an den sehenswerten Gräbern von Sura vorbei. Kurz danach folgt noch ein öder Straßenabschnitt und ein Verwirrspiel auf den allerletzten Metern zur Festung von Myra. Erst nach langer Sucherei finden wir den richtigen Weg, steigen dann aber noch rechtzeitig nach Demre ab, um einen Bus nach Antalya zu erwischen. Damit beschließen wir unsere erste Hälfte des Lykischen Weges.

Teil 4: Von Demre nach Finike (4 Tage)

Auf unserer zweiten Reise starten wir wieder in Myra. Nachdem wir die Küstenebene verlassen haben, geht es die nächsten vier Tage durch einsame Berglandschaften mit nur wenigen kleinen Dörfern. Alte Ruinen christlicher Kirchen, eine in den Fels gehauene Einsiedelei und die herrlich gelegenen Gräber und Überreste einer Stadt in Belos sind die kulturellen Höhepunkte. Man steigt hoch in die schönen Küstenberge hinauf und kommt zu abgelegenen Hochweiden, die im Sommer von großen Viehherden bevölkert werden. Leider verfolgt uns besonders zum Schluss des Abschnittes das schlechte Wetter, so dass wir den etwas eintönigen Abstieg auf Forstpisten nach Finike im strömenden Regen absolvieren. Finike ist eine eher unattraktive Kleinstadt, die jedoch zahlreiche Unterkunfts- und Einkaufsmöglichkeiten bietet. 

Teil 5: Von Finike nach Olympos (4 Tage)

Den öden Marsch entlang der Straße am Strand von Finike sollte man durch eine Fahrt per Dolmus nach Mavikent ersetzen. Bis Karaöz folgt man nun weiter der Straße, jetzt aber durch Kiefernwald und entlang malerischer Buchten. Von Karaöz folgen wir zumeist der Piste zum herrlich gelegenen Leuchtturm an der Spitze des Kaps Delidonia - ein stimmungsvoller Zeltplatz. Auf schmalen Pfaden gehen wir am nächsten Morgen nach Norden stets mit Blick auf das blaue Meer unter uns. Auf einer Passhöhe schauen wir das erste Mal in die schöne Bucht von Adrasan hinab. Dann trauen wir zunächst unseren Augen nicht, als wir zu einer Kamelfarm kommen, wo zahlreiche Dromedare auf Reitgäste warten. Wir gehen aber zu Fuß nach Adrasan hinab, nehmen uns ein Zimmer in einer kleinen Pension am Meer und können einem erfrischenden Bad nicht widerstehen. Der weitere Weg führt uns zunächst durch den eigentlichen Ort Adrasan mit seinen fruchtbaren Gärten und Gewächshäuser, bevor wir in die Berge aufsteigen. Wir zelten unterhalb der zum großen Teil vom Wald überwachsenen, ausgedehnten Ruinen, die mit Upper Olympos bezeichnet werden. Von hier führt ein einsamer Pfad durch teilweise dschungelartigen Wald hinab in die Ausgrabung von Olympos und wenig später zum beliebten Strand. Hier erregen wir bei einheimischen Badegästen mit unserer Trekkingausrüstung einiges Aufsehen und werden zum Fototermin gebeten. Nun ist es nicht mehr weit zum Ort Cirali, wo wir uns in einer Pension einquartieren. Als es dunkel wird, wandern wir noch zu den ewigen Flammen - einer Gegend, wo seit Menschengedenken Gase austreten und in flackernden Feuerzungen verbrennen. Das mystische Naturschauspiel fasziniert uns sehr.  

Teil 6: Von Olympos nach Hisarcandir (8 Tage)

Für den weiteren Weg entscheiden wir uns für die Variante durch die Berge. Über die Ewigen Flammen der Chimäre und einen Bergsattel führt der Weg von Olympos in ein fruchtbares Tal und zu klaren Bächen. Diese speisen die bekannten Forellenzuchten von Ulupinar, wo wir in einem Restaurant die gebratenen Fische kosten. Beim Weiterweg nach Beycik verlieren wir mehrfach den Weg und zelten schließlich im Wald unterhalb des Ortes. Nachdem wir Beycik endlich erreicht haben, geht es an den Hängen des mächtigen Tahtali Dagi schnell höher. In einer kleinen Senke mit weichem Gras finden wir einen Platz für unser Zelt. Am nächsten Morgen steigen wir über einige Schneefelder zum Gipfel hinauf. Die Aussicht auf die Berge des Hinterlandes und auf die Küste ist sehr schön, die Baustelle für die in Kürze in Betrieb gehende Bergstation einer Seilbahn verschandelt den Ort jedoch erheblich. Durch bizarre Zedernwäldchen steigen wir nun nach Norden ab und erreichen den Weiler Yaylakuzdere. Auf einer kurvigen Piste durch blühenden Ginster erreichen wir schließlich Gedelme, wo wir am Ortsrand einen ruhigen Zeltplatz finden. Durch schöne Berglandschaft mit gelegentlichen kleinen Bauernhäusern und Ansiedlungen steigen wir schließlich von Göynük Yaylasi in die wilde Schlucht, die zur Küste führt ein. Ein plätschernder Bach fließt zwischen abgerundeten Felsen von einem Becken ins nächste. Wunderschöne Plätze zum Baden und Rasten finden wir hier. In einem Seitental gibt es ein ebenes Fleckchen zum Campen. Von hier steigen wir hoch in die Schluchtwand hinauf, um am Ausgang wieder ins Flussbett zurückzukehren und schließlich nach Göynük zu gelangen. Dort frischen wir in einem Supermarkt den Proviant auf und setzen den Weg fort. In einem weiteren Seitental steigen wir an einem Bach auf und verbringen die Nacht im Zelt, während sich die Berge in Wolken hüllen. Bei der Überquerung des Hüdacik Passes am nächsten Vormittag stehen wir in kühlen Nebelschwaden. Erst am Nachmittag, als wir auf einer verlassenen Ackerterrasse hoch über Hisarcandir das Zelt aufbauen, kommt die Sonne wieder durch. Am nächsten Morgen kehren wir noch einmal zu schönen Aussichtspunkten zurück und steigen dann endgültig nach Hisarcandir, dem Endpunkt des Lykischen Weges hinab. 500 km durch die Landschaft der Südtürkei liegen hinter uns. Ein freundlicher Türke nimmt uns in seinem Wagen schließlich in rasender Fahrt mit in die Millionenstadt Antalya.