Picos de Europa - Macizo Oriental (Ostmassiv)

Von Potes nach Sotres (3 Tage)

Hügellandschaft bei Potes

Noch immer warten wir auf schönes Sonnenwetter, als wir von Potes aus nach Norden zum Ostmassiv der Picos aufbrechen. Auf Schotterpisten geht es in stetem Auf- und Ab über die Weiler Rases, Lles und Vinon nach Colio. Gerne würden wir die schroffen Berggipfel über uns bewundern, doch sie stecken hartnäckig in den tief hängenden Wolken. Von Colio steigen wir die steile Piste direkt unter dem Pico Pana hinauf. Hinter einigen Stallgebäuden macht sie eine weite Rechtskurve und kurz danach liegt oberhalb ein schöner Brunnen. Wir beschließen hier zu zelten und den weiteren Nachmittag zu einer Erkundungstour zu nutzen. Ohne das schwere Gepäck steigen wir den Pfad am Ende der Piste in die Scharte Los Riscos hinauf. Oben verflacht der Weg, doch wir stecken im dichten Nebel. Keine Spur von der weiteren Route. Wir geben für heute auf und hoffen für den nächsten Tag auf bessere Sicht. Beim Abstieg reißen die Wolken plötzlich auf und wir haben herrliche Blicke in die Tallandschaft der Liébana. Über uns kreisen Gänsegeier in der aufkommenden Thermik. Zurück am Brunnen genießen wir das schöne Abendlicht.

Aufstieg durch die Felsscharte von Los Riscos

Beim Blick aus dem Zelt liegt die Landschaft wie im Bilderbuch vor uns. Unter uns bedeckt Nebel die Talsohle und über uns strahlt ein wolkenloser Himmel. Rasch steigen wir auf dem bekannten Pfad durch die Riscos. Jetzt im Sonnenschein können wir uns sofort orientieren. Durch ein Wiesental geht es zum Collado de la Llosa. Von hier steigen wir steil entlang eines Weidezauns nach Westen an. Nur gelegentlich gibt es erkennbare Pfadspuren, doch durch die offenen Grashänge erreichen wir recht zügig den 1948 m Collado de la Llaguna. Auf der Karte ist ein Weg durch die Felsklippen hinauf auf das Hochplateau eingezeichnet, den wir trotz intensivem Suchen nicht finden. So planen wir um und steigen nach Norden in den Canal del Valle ab, wo früher Bergbau betrieben wurde. Daran erinnert noch der aufwändig angelegte Weg, auf den wir bald stoßen und der sanft abfallend ins Tal führt. Kurz bevor er die große von Beges heraufkommende Piste erreicht, schlagen wir an einer Viehtränke mit herrlicher Aussicht das Zelt auf.

 

Auf dem Gipfel des Pico de Samelar

Am nächsten Morgen schauen wir auf eine Wolkendecke in den Tälern hinab, während wir die frühe Sonne genießen. Wir gehen hinunter zur breiten Piste, wo einige landwirtschaftliche Steingebäude stehen. Wir folgen der Piste nach Westen und kommen in einem Taleinschnitt zur Fuente de los Lobos, wo wir die Wasserflaschen füllen. An der folgenden Gabelung halten wir uns links und die Piste führt aufwärts durch einen Buchenwald. Nach diesem und zwei großen Kehren zweigt scharf links eine weitere Piste zu des Vegas de Andara ab. Dort angekommen deponieren wir die Rucksäcke und gehen auf gutem Weg und über einige Schneefelder in Richtung des Collado de San Carlos. Von hier aus ist der sanfte Gipfel des Pico de Samelar (2227 m) schnell erstiegen. Ein fantastisches Panorama der Gipfel des Ostmassivs und bis zur Küste erwartet uns. Nun gehen wir zu unserem Gepäck zurück, queren zu einem kleinen Pass und steigen von dort in Richtung der Unterkunftshütte Casetón de Andara, die in einem eher unansehnlichen ehemaligen Bergwerksgebäude untergebracht ist. Bei unserer ersten Tour in den Picos haben wir hier übernachtet. Da es keine Quelle gibt, mussten wir Wasser aus Kanistern, die in dem gegenüberliegenden Bergwerksstollen gelagert werden, holen. Wir gehen dieses Mal aber oberhalb von Hütte und Stollen auf einem Pfad am Hang entlang und treffen erst später auf die breite Piste. Dieser folgen wir bergab, steigen jedoch etwas später auf den kleinen Bergrücken nach links hinauf, wo man etwas südlich einer tiefen Doline (Einsturzkrater) auf den Pfad trifft, der durch schöne Wiesenhänge nach Sotres hinabführt. Alternativ kann man auch auf der Piste bleiben und vom Pass Jito de Escarandi auf der Straße nach Sotres gehen. In Sotres nehmen wir uns in einer Pension am oberen Ortsrand ein einfaches Zimmer und genießen das gute Essen im beliebten Restaurant Casa Cipriano.

Die schönsten Bilder der Tour