Parque Natural de Saja-Besaya

Von Bárcena de Pie de Concha nach Potes (4 Tage)

Trekking durch die nordspanische Landschaft

Für unsere geplante Durchquerung der Picos de Europa nehmen wir einen viertägigen „Anlauf" durch den Naturpark Saja-Besaya. Dieser ist Teil der größten reserva nacional de caza (Nationales Jagdgebiet), das 30 % der Region Kantabrien bedeckt. Der Naturpark wird im Süden von bis zu 2000 m hohen abgerundeten Bergketten begrenzt, von denen sich nach Norden bewaltete Hügel und grüne Flusstäler in Richtung der Küste erstrecken. Die weiten Berghänge dienen oft als Weideflächen für die typischen Tudanca-Rinder mit ihren geschwungenen Hörnern. In der Region gibt es noch viele traditionelle Dörfer, von denen Bárcena Mayor (Übernachtungsort nach der ersten Etappe) das schönste ist. Insgesamt ist das Trekking hier nicht spektakulär, aber ein schöner Auftakt für die wesentlich steileren und wilderen Picos de Europa.

Mit dem Linienbus fahren wir von Santander nach Bárcena de Pie de Concha. Von der am Ort vorbeiführenden Straße gehen wir in den Dorfkern hinunter. Das einzige Hostal ist geschlossen, doch eine ältere Dame bietet uns eine einfache und preisgünstige Ferienwohnung an. Zum Abendessen kehren wir dann in der Dorfbar ein.

 

Malerisches Dorf Bárcena Mayor

Bei bedecktem Himmel starten wir am nächsten Morgen auf dem teilweise markierten GR 71 und kommen bald an einer alten Römerstraße vorbei, die südlich von Bárcena nach links abzweigt. Wir gehen jedoch auf dem Sträßchen weiter und steigen auf Asphalt unter der neuen Autobahnbrücke hindurch in das Dorf Pujayo hinauf. Wir überqueren den Dorfplatz mit seinen hübschen Häusern mit Holzbalkonen und kommen auf einen Fahrweg, der im Barranco de Vaocerezo zu einem aussichtsreichen Sattel hinaufführt. Hier verfolgen wir mit Blicken mehrere Gänsegeier, die die Thermik über den Hängen nutzen. Wir wenden uns nach Süden und gehen in Richtung des Pico de Obios (1222 m), auf dem ein Sendeturm steht. Leider wird die Sicht nun durch tief hängende Wolken immer schlechter. Wir umrunden den Gipfel und wandern auf dem nach Westen ziehenden Bergrücken weiter. Vor dem kegelförmigen Pico la Guarda verlassen wir die Piste und gehen auf einem Pfad links am Gipfel vorbei. Weitgehend die Höhe haltend kommen wir zu einem Sattel, an dem der steinige Abstieg auf rutschigem Pfad nach Bárcena Mayor beginnt. Der Weg windet sich durch schönen Eichen- und Buchenwald und nach einiger Zeit haben wir die ersten Blicke hinab auf das kleine Dorf, das scheinbar abgeschieden von der Welt am Ende einer Straße liegt. Ein Bummel durch die gepflegten Gassen unter den mit Blumen geschmückten Balkonen bringt uns zum Gasthaus Posada Rural La Franca, wo wir im gegenüberliegenden Gästehaus ein schönes Zimmer bekommen.

Weite Aussicht über den Naturpark

Wir gehen über die einzige Steinbrücke im Ort und halten uns links. Für die folgenden Etappen benötigen wir die im allgemeinen Teil genannte Karte „Saja". Auf einer Informationstafel ist der Verlauf der alten Verbindung von Bárcena Mayor nach Ozcaba dargestellt ist. Als teilweise gepflasterter Fahrweg geht es nach Süden durch ein grünes Tal. Wir passieren die Kapelle Ermita del Carmen und etwa eine Stunde danach wird der Weg zum Pfad. An einer Hirtenhütte halten wir uns rechts. Der Pfad verliert sich teilweise, doch entlang einer Mauer erreichen wir die Gemäuer der Casa de Avellando. Das Gehöft Venta de Mobejo ist nun bald am gegenüberliegenden Hang auszumachen. Dort treffen wir wieder auf eine gute Piste, der wir durch Weiden und mit schönen Blicken auf die Berge bis zur Landstraße CA-280 folgen. Diese gehen wir nun einen guten Kilometer bergauf, und zweigen scharf rechts dann auf die breite Piste ab, die sich am Nordhang der Sierra del Cordel entlang zieht. Ein scharfer Wind fegt uns fast vom Weg und immer wieder gehen heftige Regenschauer nieder. An einer ersten Schutzhütte stellen wir uns einige Zeit unter. Die Piste schwenkt bald in ein Tal nach Süden und kurz bevor sie im Talschluss eine scharfe Rechtskurve macht, steht am Weg eine weitere kleine Schutzhütte inmitten der Kuhweiden. Wir freuen uns über das trockene Dach über dem Kopf und verbringen hier die Nacht.

Kultstätte mit Steingravuren am Collado de Sellos

Am nächsten Morgen ist der Himmel immer noch wolkenverhangen, als wir der Piste weiter zur weiten Passhöhe am Llanocastrillo folgen. Danach windet sie sich hinab in ein Tal und steigt entlang eines Baches zum Collado de Sejos (1528 m) an. Die Piste verliert sich in den Grashängen, so dass wir querfeldein zum Pass hinaufgehen. Wir gehen nach Norden und kommen an einer eingezäunten vorchristlichen Kultstätte vorbei. In der Scharte zwischen Pena Jelgüeras und Cueto de la Concilla treffen wir auf einen guten Weg, der uns in vielen Windungen in das Dorf Puente Pumar hinabführt. Von hier gehen wir auf dem Sträßchen nach Lombrana hinauf. Ein von außen gepflegt aussehendes Landhotel ist geschlossen. Vorbei an der Kirche des Ortes kommen wir auf einen Fahrweg, der uns zunächst leicht ansteigend, dann aber bergab durch schönen Wald nach Pejanda an der Landstraße CA-281 bringt. In einem netten Gasthaus an der Straße trinken wir einen Milchkaffee. Wir widerstehen der Versuchung, uns hier ein Zimmer zu nehmen, sondern gehe auf dem steilen Sträßchen nach San Mamés hinauf, wo einige Häuser verfallen. Wir folgen der nach Westen ansteigenden Piste aus dem Ort heraus und bauen wenig später auf einer Wiese mit Blick auf die nördlich gelegenen Bergketten zum ersten Mal auf der Tour unser Zelt auf.

Schöner Waldweg beim Abstieg nach Potes

Wir sind nun wieder auf dem GR 71, doch die sporadischen Markierungen sind nicht immer hilfreich. Wir wandern auf der Piste zur Passhöhe südlich der über uns aufragenden Pena Sagra. Der Weg zieht sich nun mit schönen Blicken ins Tal an der Bergflanke entlang und passiert eine bienenstockförmige, alte Hirtenhütte. Dann taucht unter uns die kleine Wallfahrtskirche Ermita de Nuestra Senora de la Luz auf, zu der wir absteigen. Nach einer Pause folgen wir dem Weg am waldigen Hang entlang zum Dorf Luriezo und weiter auf der Straße in den Nachbarort Cahecho. Am Ortsende gibt es eine schöne Unterkunft des turismo rural, doch uns zieht es an diesem Tag noch nach Potes. Nachdem der Collado de Taba überquert ist haben wir schöne Blicke über das Tal zum Ostmassiv der Picos de Europa. Nun geht es stetig hinab in das schön gelegene Städtchen Potes. Müde erreichen wir die erste große Straßenkreuzung und quartieren uns hier im durchschnittlichen, aber preiswerten Hostal Pena Sagra ein, bevor wir später noch einen Bummel durch die Altstadt von Potes machen. Wer etwas gediegener unterkommen möchte, dem sei das Hotel Casa Cayo direkt im Zentrum empfohlen, in dem wir bei unserem ersten Aufenthalt in Potes übernachtet haben.

Die schönsten Bilder der Tour