Von Zarzalejo nach Manzanares El Real

(5 Tagesetappen)

El Escorial

Der Regionalzug bringt uns vom Atocha-Bahnhof in Madrid in etwa einer Stunde nach Zarzalejo. Auf kleinen Feldwegen gehen wir in den eigentlichen Ort hinauf. Bald haben wir den Beginn des Wanderweges in Richtung San Lorenzo de El Escorial gefunden. Von einer Passhöhe haben wir einen ersten Blick auf den großen Ort, der von dem gewaltigen Palast- und Klosterkomplex dominiert wird. Durch lichten Wald geht es hinab zu einer der größten Sehenswürdigkeiten der Region. Da wir das riesige Gebäudeensemble bereits im Vorjahr besucht hatten, verzichten wir auf eine längere Besichtigung. Wir steigen zum kleinen am oberen Ortsrand gelegenen Stausee hinauf und finden hier den markierten GR 10, der steil zum Gipfel des Abantos (1753 m) hinaufführt. Etwas unterhalb gibt es eine gefasste Quelle und eine gute Zeltmöglichkeit auf einer Erdterrasse. Eine Viertelstunde entfernt liegt ein toller Aussichtspunkt, von dem aus man einen Blick aus der Vogelperspektive auf El Escorial hat.

Malerische Landschaft auf dem Kamm der Guadarrama

Vom Abantos geht es immer auf dem Kamm entlang teilweise durch bizarre Felslandschaften mit lichtem Nadelwald. Bald haben wir einen Blick in das Valle de los Caidos, das von einem riesigen Betonkreuz überragt wird. Hier liegt in einer riesigen unterirdischen Kathedrale das Grab des Ex-Diktators Franco. Nun geht es in stetem Auf- und Ab über mehrere kleine Gipfel. Auf dem Weiterweg treffen wir immer wieder auf Befestigungsanlagen aus dem spanischen Bürgerkrieg. Wir überqueren die Nationalstraße am Puerto de Guadarrama und suchen nach einem Zeltplatz. Doch die in der Karte eingezeichneten Quellen sind alle versiegt, so dass wir unterhalb des Cerro del Mostajo zu einem fließenden Brunnen an einer verschlossenen Waldarbeiterhütte absteigen. 

Lagerplatz am Collado Ventoso

Am Collado de Marichiva, wo zahllose Herbstzeitlose den Boden bedecken, erreichen wir wieder den Hauptkamm. Am Puerto de la Fuenfria queren wir eine gut erhaltene Pflasterstraße aus der Römerzeit. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Collado Ventoso, wo wir das Zelt unter knorrigen Bäumen aufbauen und Wasser aus einer nahen Quelle holen. 

Spannender Weg über die Siete Picos

Nun geht es hinauf zu einem landschaftlichen Höhepunkt. Der Pfad windet sich durch die eigenartigen Felsstapel auf dem Bergrücken der Siete Picos. Dann führt der Weg hinab zum Puerto de Navacerrada mit seiner Skistation. Wir nutzen die Möglichkeit, um zum Mittagessen in einem der Ausflugslokale einzukehren. Nächstes Ziel ist die nicht sehr schöne Sendestation auf der Bola del Mundo, zu der wir auf einem Sträßchen hinaufgehen. Dann lassen wir schnell wieder die Zivilisation hinter uns und folgen einem kleinen Bach in ein langgezogenes Tal, auf dessen Wiesen wir einen schönen Zeltplatz finden.

Burg von Manzanares el Real

Der Bach bildet im Talgrund nun schöne Gumpen, die zum Baden einladen. Dann sind die ersten Häuser von Manzanares el Real erreicht doch es ist noch ein recht langer Weg auf der Straße bis ins Zentrum des Städtchens. Hier kaufen wir in einem Supermarkt ein, werfen einen Blick auf die Burg und steigen nach Norden in die Felslandschaft der Pedriza hinauf. Am Fuß des Felsgipfels El Yelmo finden wir eine große ebene Wiesenfläche und eine schwach tröpfelnde Quelle, hier bleiben wir für die Nacht. Auf den Granitblöcken in der Umgebung turnen immer wieder Steinböcke und betrachten uns neugierig.