Arches National Park (Utah - Colorado Plateau)

(September 2018)

Der überschaubare Arches National Park bietet mit rund 2000 Felsbögen eine weltweit einzigartige Konzentration dieser Naturerscheinungen. Zwei kleine Teilflächen wurden bereits 1929 als National Monument geschützt, die Einrichtung des deutlich erweiterten Nationalparks erfolgte im Jahr 1971. Sein einziger Eingang liegt nur wenige Kilometer nördlich des lebhaften und stark auf Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbiken und Rafting ausgerichteten Städtchens Moab am US-Highway 191. Seine Sehenswürdigkeiten werden von der 29 km langen Main Park Road erschlossen, die am Devils Garden endet. Kurze Stichstraßen erschließen einige der Hauptattraktionen, wie die Windows Section und den Delicate Arch. Die unbefestigten Straßen im Park sind für normale Pkw nicht zu empfehlen. Zu den Stoßzeiten kann es am Parkeingang und den Parkplätzen zu erheblichem Andrang kommen, sodass mit entsprechenden Wartezeiten zu rechnen ist.

Im Rahmen eines Tagesbesuches kann man bereits einen Großteil der wichtigsten Sehenswürdigkeiten erkunden. Nach einer Wanderung am Vormittag durch den Devils Garden besteht die Möglichkeit, am Nachmittag noch den Delicate Arch und die großen Felsbögen in der Windows Section zu bewundern. Das Visitor Center am Parkeingang vermittelt mit seiner anschaulichen Ausstellung Hintergrundinformationen zur Entstehung der Felsformationen im Arches National Park.

Unter der heutigen Erdoberfläche liegen bis zu 1500 m mächtige Salzablagerungen. Sie entstanden durch Verdunstung in einem weiten, wassergefüllten Becken vor etwa 300 Millionen Jahren. Darüber haben sich Schichten aus Navajo-Sandstein, der aus verdichteten Sanddünen entstand, und Entrada-Sandstein abgelagert. Diese wurden von 1600 m dicken jüngeren Gesteinschichten überdeckt, die jedoch im Bereich den Nationalparks durch die Mechanismen der Erosion fast vollständig abgetragen wurden. Unter der Auflast des darüberliegenden Gesteins verformte sich das Salz plastisch, hob sich an verschiedenen Stellen und führte zu langen Rissen in den Sandsteinschichten. Sie begünstigten die Bildung der heute z.B. im Devils Garden leicht erkennbaren freistehenden Felsrippen (auf Englisch fin genannt). Eindringendes Oberflächenwasser spülte das Salz teilweise aus, sodass sich die Sandsteinrippen setzten und die Risse breiter wurden. Wasser und Wind bearbeiteten die Felswände und führten insbesondere in Bereichen, wo weicheres Gestein unter einer härteren Schicht liegt, zur Ausformung von Durchbrüchen. Diese vergrößern sich unter günstigen Umständen zu den Bögen, die uns als Kunstwerke der Natur so faszinieren. Aber diese Kunstwerke der Natur bestehen nicht ewig. Die Erosion zerstört, was sie geschaffen hat. So brach im August 2008 der große Wall Arch am Devils Garden Trail in sich zusammen.

Information:

Eintrittspreise:

Der Eintritt in den Rocky Mountain National Park kostet pro Pkw 30 $ für einen Aufenthalt bis zu 7 Tage und schließt alle Insassen ein. Beim Besuch mehrerer Nationalparks lohnt sich evtl. der America The Beautiful Pass, der 80 $ kostet und 12 Monate für alle Nationalparks sowie National Monuments gültig ist. Er gilt auch für die Mitreisenden des Passinhabers und ist ebenfalls an den Parkeingängen erhältlich.

 

Übernachtung:

Der Devils Garden Campground ist, abgesehen vom Zelten im Backcountry mit entsprechendem Permit, die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Park. Er liegt am Ende der asphaltierten Straße 29 km (18 mi) vom Visitor Center entfernt ganz in der Nähe des Startpunktes der nachfolgend beschriebenen Wanderung. Er verfügt über 51 Stellplätze (25 $ pro Nacht) vor der Kulisse beeindruckender Felsformationen und einfache Sanitäranlagen. Aufgrund seiner Beliebtheit ist er in der Hauptreisezeit im von Frühling bis Herbst oft Monate im Voraus ausgebucht. Daher ist eine frühzeitige Reservierung auf www.recreation.gov/camping/campgrounds/234059 dringend zu empfehlen.

Als Alternative bieten sich die zahlreichen Motels im nahegelegenen Moab und eine Reihe von einfachen, aber zumeist schön gelegenen öffentlichen Campgrounds entlang des Colorado River an.

Devil's Garden Loop Trail

Spannende Runde durch ein Gewirr von Felswänden und Bögen

3:50 Stunden

Der Devil’s Garden bietet den einzigen längeren angelegten Wanderweg im Arches National Park. Er führt zu einer Reihe sehenswerter Felsbögen, von denen der fragile Landscape Arche mit einer Spannweite von 93 m zweifellos zu den Höhepunkten zählt. Jeder Bogen hat seine Eigenart und vermittelt neue An- und Durchblicke. Mindestens ebenso beeindruckend sind jedoch auch die eng beieinanderstehenden Wandscheiben aus rötlichem Sandstein, die von der Erosion durchlöchert werden und damit das Entstehen der Hauptsehenswürdigkeiten des Parks ermöglichen. An einigen Stellen verläuft die Route direkt über die wenige Meter breiten, senkrecht stehenden Scheiben und setzen ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit voraus. Trotzdem ist der Trail viel begangen und zumindest bis zum Landscape Arch wird man ihn kaum für sich alleine haben.

Es bietet sich an die Runde im Uhrzeigersinn zu absolvieren. Zum einen ist der Blick vor allem zum Landscape Arch im Morgenlicht am besten. Außerdem kann man auf dem Hauptweg zu Double O Arch testen, inwieweit man sich den etwas höheren Anforderungen an Orientierungssinn und Trittsicherheit auf dem Primitive Trail gewachsen fühlt und gegebenenfalls lieber auf dem Hinweg zurückkehren.

Toureninfo

Ausgangspunkt:

Der große Parkplatz am Devil’s Garden liegt am Ende der asphaltierten Straße durch den Nationalpark etwa 29 km (18 mi) hinter dem Visitor Center. 

 

Anforderungen:

Bis zum Landscape Arch breiter, sandiger Weg. Danach verläuft die Route teilweise auf blankem Fels (slick rock) und etwas ausgesetzt über schmale Sandstein-Wände. Der primitive Trail auf dem Rückweg ist nur mit Steinmännern markiert und verläuft an einer Stelle einen schrägen, bei Nässe evtl. rutschigen Felsabhang hinab, der gute Trittsicherheit erfordert.

 

Länge:

11,1 km

 

Höchster Punkt:

Devil’s Garden Trail 1670 m

 

Höhenunterschied:

325 m im Auf- und Abstieg

 

Beste Jahreszeit:

Frühjahr und Herbst; im Sommer kann es in dem weitgehend schattenlosen Gelände sehr warm werden und im Winter können Schnee und Eis einige Felspassagen gefährlich machen.

 

Genehmigung:

keine

 

Schutz vor Bären:

keine Vorkehrungen erforderlich.

 

Karten:

Arches National Park; Trails Illustrated Map 211; 1:35.000; National Geographic. Die Karte ist zur groben Orientierung hilfreich, für die Wanderung an sich aber nicht erforderlich.

 

Tourenbeschreibung

Vom großen Parkplatz am Trailhead (1), 1585 m, gehen wir auf dem breiten Weg zwischen abgerundeten Felstürmen und -wänden in nördlicher Richtung. Nach etwa zehn Minuten zweigt rechts der gut ausgeschilderte Weg (2) zum Pine Tree Arch (3) und zum Tunnel Arch (4) ab, die einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Parade großartiger Felsbögen auf dieser Wanderung sind. Nach dem Abstecher von insgesamt 15 Minuten sind wir zurück auf dem Devil’s Garden Trail, auf dem wir schon bald zur Einmündung des Primitive Loop Trail (5) kommen. Er wird den Rückweg unserer jetzt beginnenden Runde bilden. Doch noch folgen wir dem Hauptweg zu einer der großen Attraktionen des Arches National Park, der unglaublich schlanken Felsbrücke des Landscape Arch (6), 1605 m, die allen Gesetzen der Schwerpunkt zu trotzen scheint. Er weist eine der größten Spannweiten aller Naturbrücken weltweit auf. Seitdem 1991 an der schmalsten Stelle ein 18 m langer Gesteinsblock aus der Unterseite herausbrach und herabstürzte, ist der direkte Zugang nicht mehr gestattet, doch auch mit etwas Abstand fühlt man die Faszination dieses Naturwunders. Von nun an wird der Weg anspruchsvoller und verläuft steil ansteigend direkt auf dem glatten Sandstein durch eine beeindruckende Felsszenerie. Am Ende der Steigung weisen Wegweiser nach rechts zu zwei weiteren sehenswerten Bögen (7), 1655 m. Stichwege führen zum Partition Arch (8), zwei Felsöffnungen mit herrlichem Durchblick auf die sich in der Ferne ausbreitende Landschaft, sowie zum Navajo Arch (9). Weiter auf dem Hauptweg gelangen wir zu einem besonders spektakulären Abschnitt, der über den schmalen Kamm einer hohen Felswand führt. Wir gehen hinab zu einer Wegekreuzung und erblicken links die beiden übereinanderliegenden Öffnungen des Double O Arch (10), 1665 m. Den schönsten Blick erhält man, wenn man durch die untere Öffnung hindurchklettert und auf der westlichen Seite zu einer kleinen Felsplattform hinaufgeht. Von hier schaut man durch das obere Loch über die dahinterliegenden Felsrücken bis zu den Bergen am Horizont. Von der Wegekreuzung (11) wäre noch ein Abstecher zum Felsturm des Dark Angel möglich. Wir schlagen hier die anspruchsvollere Variante des Rückwegs auf dem Primitive Loop Trail ein (11). Nur noch kleine Steinmänner leiten uns nun durch das Labyrinth der Felswände. Nach ungefähr 15 min weist ein Schild (12) zum letzten Felsbogen der Wanderung, dem knapp 500 m entfernten Private Arch (13).

Wieder auf dem Primitive Loop Trail geht es zwischen den gewaltigen Sandsteinscheiben, die teilweise wie eine riesiger Schiffsbug über uns aufragen, abwärts. Wir kommen zu einer kurzen, etwas heiklen Stelle (14), an der wir eine Schräge hinabsteigen, bei der sich Schuhwerk mit guter Haftung bewährt. Kurz darauf kommen wir zum tiefsten Punkt der Tour (1545 m) und steigen zu einem Rücken an, der einen atemberaubenden Blick auf die von tiefen Schluchten getrennten Gesteinsbänder bietet. Durch bizarre Wacholder-Bäume und vorbei an wuchtigen Felstürmen kommen wir zur Einmündung in den Haupttrail (5), auf dem wir uns links haltend wieder an den Ausgangspunkt gelangen.     

 

  1. Devil’s Garden Trailhead 1585 m – 0:00
  2. Abzweig Pine Tree Trail 1585 m – 0:10
  3. Pine Tree Arch 1585 m – 0:15
  4. Tunnel Arch 1575 m – 0:20
  1. Pine Tree Trail 1585 m – 0:25
  1. Einmündung Primitive Loop Trail 1595 m – 0:40
  2. Landscape Arch 1605 m – 0:45
  3. Abzweig Navajo Arch Trail 1655 m – 0:55
  4. Partition Arch 1655 m – 1:05
  5. Navajo Arch 1660 m – 1:15
  1. Abzweig Navajo Arch Trail 1655 m – 1:25
  1. Double O Arch 1665 m – 1:50
  1. Primitive Loop Trail 1655 m – 1:55
  2. Private Arch Trail 1610 m – 2:10
  3. Private Arch 1595 m – 2:20
  1. Private Arch Trail 1610 m – 2:30
  1. Steilstufe 1565 m – 2:45
  1. Einmündung Primitive Loop Trail 1595 m – 3:25
  1. Abzweig Pine Tree Trail 1585 m – 3:40
  1. Devil’s Garden Trailhead 1765 m – 3:50