Colorado National Monument (Colorado)

(Oktober 2017)

Nirgendwo kann man die einzigartigen Felslandschaften des Red Rock Country in Colorado besser erleben als im Colorado National Monument nahe der Grenze zu Utah. Dort wo der Colorado River die Ausläufer der Rocky Mountains nach Westen verlässt und sich durch ein weites Tal schlängelt, hat die Erosion in mehreren Seitencanyons bizarre Felstürme und -nadeln aus dem rötlichen Sedimentgestein geformt. Trotz der leichten Erreichbarkeit steht das Colorado National Monument eindeutig im Schatten der wesentlich bekannteren Nationalparks in Utah und Arizona. Die Panoramastraße des Rim Rock Drive sowie die Möglichkeiten für kurze Spaziergänge und ausgedehnte Wanderungen sind jedoch Grund genug, um einen Besuch einzuplanen.

Die Gründung des National Monument ist eng mit der schillernden Persönlichkeit von John Otto verbunden. Er kam 1906 nach Grand Junction und arbeitete beim Bau von Leitungen für die Wasserversorgung in der Region. Er erkundete die nähere Umgebung und schrieb 1907: „Ich kam im letzten Jahr hierher und fand diese Canyons. Ich empfinde sie als das Herz der Welt. Ich werde bleiben, Wege bauen und diesen Ort bekannt machen, denn er sollte ein Nationalpark werden.“

Viele hielten Otto für verrückt, als er sich allein im Monument Canyon ansiedelte. Aber er ließ sich von seiner Vision nicht abbringen. Mit großem Aufwand legte Otto erste Trails an, um die Felslandschaften für Besucher zugänglich zu machen. Er sucht nach Fürsprechern in Grand Junction und organisierte Schreiben und Petitionen an Politiker in der Hauptstadt Washington. Im Jahr 1911 wurde sein Traum wahr, als das Colorado National Monument gegründet wurde. John Otto wurde zum Wärter des Parks ernannt. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum Jahr 1927 – für einen Lohn von 1 $ im Monat.

Es bestehen zwei Zufahrten zum National Monument, die jeweils vom Colorado State Highway 340 in der Nähe von Grand Junction im Süden bzw. bei Fruita im Norden abzweigen. Sie werden vom 42 km langen, sehr kurvigen und landschaftlich reizvollen Rim Rock Drive verbunden. Er verläuft zumeist auf der Felsstufe oberhalb der tief eingeschnittenen Canyons und vermittelt von zahlreichen Aussichtspunkten spektakuläre Ausblicke. Dabei bildet in der Ferne oft das dicht besiedelte Tal des Colorado River den Hintergrund, was das Wildnisgefühl etwas schmälert.

Allgemeine Informationen

Eintrittspreise und Genehmigungen

  • Link zur Homepage des National Monument mit Eintrittspreisen
  • Für Tageswanderungen ist keine Genehmigung erforderlich.

 

Unterkunft

Im Nordteil des Parks befinden sich am Rim Rock Drive das kleine Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Natur des National Monument und in der Saddlehorn Campground mit einfachen Stellplätzen im niedrigen Buschwald und direktem Zugang zu kurzen, aussichtsreichen Trails.

Alternativ bieten die Ortschaften Fruita und Grand Junction in der Umgebung des Parks alle erforderlichen Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten.

 

Karten

  • 208 Colorado National Monument; Trails Illustrated Map; 1:70.000; National Geographic. Wir empfanden auch die Kartenskizze in der Wanderbroschüre (Hiking) des National Monument für diese Wanderung als ausreichend

Wanderung Lower Monument Canyon und Wedding Canyon

3 Stunden

Ausgangspunkt: Der Lower Monument Canyon Trailhead liegt am Rand des Schutzgebietes. Man erreicht ihn, ohne durch einen der zwei offiziellen Parkeingänge zu fahren. Daher wird für die beschriebene Wanderung auch kein Eintritt erhoben. Man erreicht den Parkplatz am Colorado State Highway 340 von Süden aus Grand Junction (7,1 km bzw. 4,4 Meilen von der Kreuzung mit dem Redlands Parkway) oder von Norden aus Fruita (8,2 km bzw. 5,1 Meilen von der Ausfahrt 19 des Interstate Highway 70). Die Zufahrt zum Parkplatz befindet sich nahe der Markierung für Meile 5 ist nicht besonders gut ausgeschildert. Auf einer Schotterpiste fährt man etwa 200 m bis zum Parkplatz mit Informationstafeln. 

 

Anforderungen: Im Monument Canyon gut ausgebauter Trail. Der Pfad im Wedding Canyon ist etwas rauer und aufgrund des losen Schotters in steilen Abstiegen rutschig. Unterwegs gibt es keine verlässlichen Wasserquellen, so dass ein entsprechender Vorrat mitgenommen werden muss.

 

Länge: 7,3 km

 

Höchster Punkt: Wegekreuzung am Fuß des Independence Monument 1615 m

 

Höhenunterschied: 250 m im Auf- und Abstieg

 

Beste Jahreszeit: ganzjährig möglich; im Sommer kann es in dem weitgehend schattenlosen Gelände sehr warm werden.

 

Genehmigung: keine

 

Schutz vor Bären: keine Vorkehrungen erforderlich.

Wir starten an den Informationstafeln des Monument Canyon Trailhead (1), 1445 m, und gehen auf dem zunächst breiten Weg durch Buschwerk und vereinzelte Wacholderbäume. Bereits nach wenigen Minuten kommen wir zur beschilderten Einmündung des Wedding Canyon Trail (2), auf dem wir am Ende der Runde zurückkommen werden. Wir halten uns aber links auf dem Hauptweg, der nun am Fuß eines spärlich bewachsenen Hangs entlangführt. Links von uns verläuft der Grenzzaun des National Monument und wir gehen dicht an einigen stattlichen Wohnhäusern entlang. An einigen großen Bäumen erreichen wir das untere Ende des Monument Canyon (3), in den der Weg nun nach rechts abknickt. In der Ferne ist vor uns bereits die Felsnadel des Independence Monument zu erkennen. Rechts und links zweigen unscheinbare Pfade ab, die zu nicht besonders eindrucksvollen Felsgravuren (Petroglyphen) von indianischen Ureinwohnern führen. Der Haupttrail verläuft nun auf der Nordseite des zumeist trockenen Bachbettes, während sich rechts von uns imposante Felsabbrüche auftürmen. Bald beginnt der Trail in die steinigen Hänge anzusteigen und wir entfernen uns zunehmen vom Talgrund. Der Trail windet sich geschickt durch große Felsblöcke und bald haben wir einen weiten Blick zurück über das flache Flusstal des Colorado River bis zu den dahinter aufsteigenden Bergketten. Wir gehen nun weiter leicht ansteigend einen Taleinschnitt aus und kommen zu einer kleinen Anhöhe mit schönem Blick auf das Independence Monument. Der Trail bringt uns in der Folge zum Wegedreieck (4), 1615 m, am Fuß der fast 150 m hohen Felsscheibe, deren wahre Form erst jetzt sichtbar wird. John Otto war im Juni 1911 die erste Besteigung gelungen. Am 4. Juli desselben Jahres hisste er dort oben die amerikanische Flagge, begründete damit eine bis heute andauernde Tradition und gab dem Felsen seinen Namen.

Nach Belieben kann man nun noch dem Monument Canyon Trail ein Stück weiter folgen und neue Perspektiven der umliegenden Felsgebilde genießen. Die Rundtour setzt sich dann aber auf dem am Wegedreieck rechts abzweigenden Wedding Canyon Trail fort. Dieser ist als „unimproved trail“ bezeichnet, lässt sich aber von kurzen rutschigen Passagen mit feinem Geröll abgesehen problemlos begehen. Bereits kurz nach dem Abzweig haben wir wunderbare Blicke auf die Türme der Pipe Organ. Dann senkt sich der Weg in den breiten Wedding Canyon hinab. Auch sein Name ist mit dem exzentrischen Einsiedler John Otto verknüpft. Er heiratete hier 1911 am Fuß des Independence Monument Beatrice Farnham, die jedoch mit dem Leben in der Abgeschiedenheit nicht zurechtkam und sich bereits im Jahr darauf wieder scheiden ließ.

Auf dem schmalen Pfad geht es durch große Wacholderbäume und einzelne Kiefern am Fuß hoher Felswände zum Ausgang des Wedding Canyon (5) hinab. Hier trifft der Weg wieder auf den Grenzzaun des National Monument und schwenkt scharf nach rechts. Die Landschaft ist nun nicht mehr so grandios, aber es gibt weiterhin interessante Erosionsformen zu entdecken. In leichtem Auf- und Ab wandern wir wieder zu Einmündung in den Monument Canyon Trail (2). Hier halten wir uns links und erreichen kurz darauf wieder den Parkplatz am Trailhead (1).