Durchquerung der Picos de Europa

Das unbekannte Hochgebirge in Nordspanien

(Juni / Juli 2009)

Die Picos de Europa sind ein faszinierendes Hochgebirge im „Westentaschenformat". Deutlich von der Kantabrischen Kordillere getrennt liegen die „Spitzen Europas" nur unweit der Nordspanischen Küste und dienten den frühen Seefahrern als Orientierung. Diese Lage ist auch für das milde und feuchte Klima verantwortlich. Man muss hier stets auf schlechtes Wetter gefasst sein, die Bedingungen sind mit den Alpen und den Pyrenäen vergleichbar. Die Wandersaison für die Hochlagen beschränkt sich also auf die Sommer- und frühen Herbstmonate, wobei wir noch im Juni auf reichlich Schnee stießen. Die Picos de Europa sind in drei deutliche Massive untergeteilt: Das westliche Macizo Occidental (oder El Cornion), das mittlere Macizo Central (oder Los Urrieles) und das östliche Macizo Oriental (oder Andara). Die ersten beiden werden von der spektakulären Cares-Schlucht getrennt, durch die sich ein einfacher, vielbegangener Wanderweg zieht. Insgesamt verfügen die Picos de Europa über ein dichtes, recht gut gepflegtes Wegenetz. Doch es gibt nur wenig einfache Gipfelanstiege. Die meisten der bis zu 2600 m aufragenden Hauptgipfel sind erfahrenen Bergsteigern und Kletterern vorbehalten. Seit 1995 umfasst der erweiterte Nationalpark alle drei Massive und schützt die außergewöhnlich artenreiche Flora und Fauna. Im Frühsommer stehen die Bergwiesen in voller Blüte. Die auffälligsten Vertreter der Tierwelt waren für uns die in den Hochlagen zahlreichen Gämsen sowie Gänse- und Schmutzgeier. Einen weiteren Reiz machen die noch recht ursprünglichen Dörfer in den Tälern mit ihren bodenständigen Unterkünften und der deftigen Küche aus.

Unsere Route durch die Picos de Europa

(ohne den Naturpark Saja-Besaya)

Allgemeine Informationen

Beste Reisezeit

Juni bis Oktober

 

Schwierigkeit

Die Picos sind zwar kein großes aber in den Hochlagen ein wildes Gebirge. Es gibt kaum einfache Wege in die Gipfelregionen. Die Schwierigkeiten beim Trekking können schlechte Sicht in unübersichtlichem Gelände und bis in den Sommer hinein ausgedehnte Schneefelder machen.

 

Unterkunft

In fast allen Orten der Region gibt es kleine Hostales und Pensionen (s. Links in der Tourenbeschreibung). Das Preisniveau ist in der Regel recht niedrig. Restaurants bieten meist ein Menü mit drei Gängen und einfachem Wein für unter 15 Euro pro Person an!

Es gibt auch einige bewirtschaftete Berghütten, so dass mit einiger Planung ein Durchquerung ohne Zelt möglich ist.

Das Zelten ist offiziell nur oberhalb von 1600 m gestattet. Wir hatten aber nie Probleme, wenn wir auch darunter das Zelt an einsamen Stellen aufgeschlagen haben.

 

Literatur

  • Nordspanien; Michael Müller Verlag (sehr guter allgemeiner Reiseführer)
  • Walking in Spain; Lonely Planet (englisch; mit Vorschlägen für die Durchquerung von Saja-Besaya und den Picos de Europa, von denen wir allerdings abgewichen sind; Achtung: Die neue Ausgabe Hiking in Spain enthält für die Picos nur noch Tagestouren!)
  • Picos de Europa; Rother Wanderführer (gute Tagestouren, allerdings kaum Beschreibungen von Durchquerungen und echten Gipfeltouren)
  • Walks and Climbs in the Picos de Europa; Cicerone Press (englisch; etwas unübersichtlich und teilweise veraltet, aber mit guten Beschreibungen von Durchquerungen und Gipfeltouren)

Karten

  • Picos de Europa; Macizos Central y Oriental / Macizo Occidental 1:25.000 (2 Karten); Adrados Ediciones (spanisch; sehr detailliert und zuverlässig)
  • Parque Nacional de Picos de Europa 1:40.000; Editorial Alpina (spanisch; weniger detailliert)
  • Saja 1:50.000; CETYMA Editorial (spanisch; deckt nur einen Teil der Saja-Besaya Durchquerung ab)

Links

  • Gute Homepage mit vielen Infos rund um die Picos auch zu den Refugios / Berghütten (leider nur spanisch)

Hier geht es zu den einzelnen Regionen